29.11.2020

Molecular Plasma Group: Die Maske, die Viren vernichtet

Kittel und Masken sollen vor Viren schützen, doch gebraucht könnten sie selbst zu Infektionsherden werden. Das macht vor allem dem Klinik-Personal Sorgen. Eine Firma aus Luxemburg verspricht Abhilfe.

Abstand halten und Kontakte vermeiden, so lautet die allgemeine Order während der Corona-Pandemie. Für eine besondere Gruppe ist das jedoch unmöglich: Das Personal in den Krankenhäusern muss den Infizierten und Erkrankten ganz nahe kommen. Um das Infektionsrisiko zu minimieren, erhalten sie eine spezielle Schutzausrüstung. Doch auch die hat eine Schwachstelle: An den Außenflächen von Kitteln und Masken können sich Viren sammeln. Kommt jemand damit in Kontakt, könnte das, was eigentlich Schutz bieten sollte, zur Ansteckungsgefahr werden.

Dieses Problem könnte bald der Vergangenheit angehören. Die Luxemburger Firma Molecular Plasma Group (MPG) hat ein Verfahren entwickelt, mit dem Viren auf Textilien innerhalb von zehn Minuten der Garaus gemacht wird. Es basiert auf Plasmatechnologie: Ein antiviraler Stoff wird mittels Stickstoffplasma in einer extrem dünnen Schicht von zehn bis 50 Nanometern mit dem Stoff von Schutzkleidung oder Masken verbunden. Die können sich danach praktisch selbst desinfizieren.

Die Ansteckungsgefahr durch Viren auf der Außenfläche war für das Klinik-Personal eine große Angst.

Die Luxemburger Firma hat bisher hauptsächlich für die Auto- und Raumfahrtindustrie gearbeitet, mit Kunden wie etwa der Ariane Group. Aber auch im Gesundheitsbereich kann die Technologie eingesetzt werden. Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie fragten die Verantwortlichen darum in Kliniken nach, ob es dort einen speziellen Bedarf gibt.

So kamen sie auf das Problem mit der kontaminierten Schutzkleidung, sagt Marc Jacobs, Hauptgeschäftsführer von MPG. "Die Ansteckungsgefahr durch Viren auf der Außenfläche war für das Klinik-Personal eine große Angst."

Rund ein halbes Jahr hat das Unternehmen ab März zusammen mit dem Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST) getüftelt, mit welchen chemischen Verbindungen sich Textilien antiviral behandeln ließen, ohne dass es für die Träger gesundheitsschädlich würde. "Bei den Mundmasken war besonders wichtig, dass die Atemfähigkeit nicht eingeschränkt wird", erläutert Jacobs.

Schutz auch gegen Grippeviren

Rund 600 verschiedene Konfigurationen von Plasmaprozessparametern und Wirkstoffen wurden getestet, am Ende gab es sechs bis sieben geeignete Kandidaten. Für die Mundmasken ergab sich eine ganz natürliche Lösung: Zitronensäure. "Das ist komplett ungefährlich", versichert Jacobs.

Die nötigen Tests für die Marktreife seien inzwischen fast abgeschlossen, bislang seien alle positiv ausgefallen. Vereinbarungen mit dem Luxemburger Hôpitaux Robert Schuman, das die Masken für sein Personal selbst produziert, und weiteren Kunden in Belgien und Frankreich seien bereits abgeschlossen. Jacobs schätzt, dass ab Anfang nächsten Jahres die ersten Maschinen, die das Verfahren in der Maskenproduktion anwendbar machen, ausgeliefert werden können.

Und auch wenn die Corona-Krise eines Tages vorbei ist, müssen die Maschinen nicht wieder eingemottet werden. Denn die nehmen es auch mit Grippe- und anderen Viren auf.

Quelle: https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/vis_a_vis/luxemburger_firma_masken_schutzschicht_100.html

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